Wir produzieren und investieren in Müll.
Verkürzt ist dies unsere Lebensweise. Dazwischen liegt eine kurze Zeit der Nutzung der hergestellten Dinge und selbst wenn wir die eingesetzten Stoffe wieder verwerten, ist dieser Weg eine Abwertung, ein Aussaugen und auslaugen.
Jahrzehnte lang hat dieses Modell funktioniert. Es gab eine Insel der Glückseligen, -dem “modere Westen” und es gab den Rest der Welt.
Die Güter und Stoffe flossen zu dieser Insel und dort wurde die Party gefeiert, und der Müll am nächsten Morgen verschoben, verbrannt und vergessen. Das ging lange gut, und durch die Marktausweitung aus Gier nach mehr, der Globalisierung ist das Aussenrum weggefallen. Nun gibt es kein Aussen mehr, dass die Insel versorgt.
Dazu haben wir ein Niveau des Verbrauchs erreicht, der ökologisch und ökonomisch selbst für die reichen Nationen inzwischen nicht mehr schulterbar ist. Jüngstes Beispiel ist die Automobilbranche die am Boden liegt und die fallenden Spritpreise sind deutliches Signal.
Was können wir tun?
Wo liegen die Auswege?
Ideen und Vorschläge gibt es viele, manche sind nicht tauglich, manche sind nicht im Detail durchdacht und einige haben durchaus Potential.
Es geht nicht darum, nun Ersatzprodukte zu finden, wie elektrisch betriebene Autos als Alternative zu den Benzinkutschen. Es geht darum, neue Produkte zu entwickeln, Produkte, die das Leben und die Umwelt aufwerten. Jeder Baum produziert und nutzt Bodenstoffe, Wasser und Energie ganz eigennützig und schaffte ein dichtes Laub in verschwenderischer Fülle. Er profitiert und lebt den Sommer über aus dem Vollem. Und im Herbst dann wenn es kalt wird, wirft er die Blätter ab, doch diese sind kein Abfall.
Sie sind wichtiger Rohstoff, hochwertiges Produkt das nicht nur für viele andere Organismen die Lebensgrundlage ist, sondern langfristig Humus bildet und das Niveau des Ganzen mehrt. Dieses Prinzip, jeden Aufwand einen dauerhaften Wert und einer Verbesserung des Niveaus zu geben hat dafür gesorgt, dass dieser “unbewohnte Steinhaufen” Erde zu dem lebensfreundlichen Planeten wurde.
Dieses Prinzip muss in jedes Produkt integriert werden. Jeder Wirtschaftsprozess, jeder Energieeinsatz muss überdacht werden. Jeder Einsatz muss zu einer Mehrung führen und nicht zu Abfall und Sondermüll. Wo dies Prinzip bedingt nicht geht, muss ein kompletter, geschlossener Kreislauf geschaffen werden.
Cradle to cradle? Zumindest scheint das Konzept von Michael Braungart interessant zu sein.
Reto,
ja, das Konzept ist nicht schlecht, auch wenn es bisher ein mehr theoretischer Ansatz ist.
Es fängt ja ganz grundsätzlich bei einfachen Dingen an, vom Abwasser der Toiletten, oder diesen selbst wenn diese WCs sind. Es geht um die Praxis und natürlich um die Vermittlung. Dabei ist der industrielle Prozess nur ein Teil der Sache.
Die Sache selbst sieht man ja auch deutlich in der http://www.storyofstuff.com oder schon Jahrzehnte vorher in dem Ansatz der “Kreislaufwirtschaft”.
Cradle to cradle ist halt ein moderner Name, für den zukünftigen Weg, abgeglichen mit den Problemen im Jetzt! Aber interessant, sicher!
Bernd